Neuigkeiten & Angebote: Nadja in California

Nadja stammt aus Aesch (BL) und lebt seit August 2010 in den USA. In Menlo Park, Kalifornien, kümmert sie sich 1 Jahr lang um die elfjährige Sasha. Nadja teilt regelmässig ihre neuesten Erlebnisse aus den USA mit euch.

Nadja on the road

(April 2011)

Das Leben bietet einem nicht immer, was man erwartet. Und so erwartet wohl auch kein Au Pair, zur Beerdigung eines Gastfamilienmitgliedes gehen zu müssen. Einen Tag nach meinem Geburtstag anfang April verstarb ein Mitglied meiner Gastfamilie. Die Nachricht des plötzlichen natürlichen Todes traf uns alle wie ein Blitz. In den Tagen danach lief alles drunter und drüber. Wir hatten das ganze Wochenende Nachbaren, Bekannte und Verwandte bei uns. Es kam mir alles vor wie im Film und dies nicht nur weil meine Gastfamilie plötzlich kleiner geworden ist, sonder weil es ununterbrochen an der Tür klingete: Blumen wurden im Stundentakt geliefert, Beileidskarten wurden in den Briefkasten gelegt und Essen vorbeigebracht. Ein ganzes Hühnchen, Nudelauflauf, Maccaroni & Cheese, Wein und jemand hat sogar an unsere Katze Shelby gedacht und Katzenfutter gebracht.
Nur fünf Tage nach dieser Schreckensnachricht konnte ich nach acht Monaten meine Familie am Flughafen von San Francisco endlich wieder in die Arme schliessen. Freud und Leid liegen so nah beieinander. Sasha, Sarah und meine Familie verbrachten drei Tag zusammen und ich genoss es sehr, meiner Familie „mein neues Leben“ zu zeigen. Sonntag ging es dann für meine Gastfamilie plus Verwandte nach Hawaii und für uns Schweizer begann der achttägige Roadtrip: Yosemite Nationalpark(Kalifornien), Las Vegas (Nevada), Valley of Fire, Grand Canyon (Arizona), Joshua Tree Nationalpark (Kalifornien), Newport und Laguna Beach, Disneyland und Los Angeles!
Die lange Autofahrt wurde mit wunderschönen Nationalparks belohnt: Hohe felsige Berge mit Wasserfällen, rot leuchtende Felsen, der unbeschreibliche Grand Canyon und Wüste mit Kakteen. Ein Tag im Disneyland versetze mich zurück ins Jahr 1995: Pinocchio, Schneewittchen und die 7 Zwerge und eine Karusellfahrt haben mich verzaubert.
Seit drei Tagen bin ich jetzt wieder zurück in der Bay Area und doch ist noch lange keine Normalität eingekehrt. Wir hatten immer noch volles Haus, da Verwandte von Sacramento, Seattle und Boston für die gestrige Memorial-Feier da waren und heute ist auch noch Sashas zwölfter Geburtstag.
Freitags geht für mich das Reisen und Entdecken gleich weiter. Über Nacht fliege ich nach New York um mich dort nochmals mit meiner Familie zum Lunch zu treffen bevor diese zurück in meine schöne Schweiz fliegt. Die erste Nacht verbringe ich dann bei meiner Cousine Lucia in Brooklyn und Sonntags gibts die grosse Reunion mit meinen beiden besten Freundinnen Melanie und Catherine. Für eine Woche werden wir zusammen nach Boston, Philadelphia und New York reisen! Jiiha, Update folgt...

winter-collage 
Die Zeit rennt

(Februar 2011)

In weniger als einer Woche kann ich schon die Halbzeit-Party steigen lassen! Wieder hat sich viel getan seit meinem letzten Bericht. Ich habe ein tolles, aber leider regnerisch und bewölktes Wochenende in San Diego verbracht. Ich war total begeistert vom riesigen Zoo, welcher es einem ermöglicht, Giraffen zu füttern, habe sogar beinahe einen Kuss ergattert! Neben dem üblichen Sightseeing von Downtown bis zum mexikanischen Oldtown, besuchten wir auch noch das Seaworld. Die hohen Eintrittskosten werde dann aber mit super tollen und lustigen Seelöwen-, Orca- und Delphin-Shows wett gemacht.

Dann stand auch schon Weihnachten vor der Tür und ich konnte es dann trotz der Entfernung von meiner Familie richtig geniessen. Ich habe mit ihnen geskypt und wir haben unsere Geschenke aufgemacht. Meine Gastfamilie hat dann extra für mich Karfoffelgratin mit Rollschinken und grünen Bohnen gekocht, und es hat fast wie zu Hause geschmeckt. Wir haben einen kleinen Spaziergang in der Nachbarschaft gemacht und die ganzen, zum Teil etwas übertriebenen, Weihnachtsdekorationen und –beleuchtungen bestaunt.

nameless-ap

Am 25. Dezember ging es dann erst richtig los mit dem amerikanischen Wiehnachtsfest. Nachdem die 11jährige Sasha ausgeschlafen hatte, gabs zuerst einmal ein Fotoshooting vor dem riesigen, geschmückten Tannenbaum, dem Kamin und auf der Treppe. Dann gings ans Aufmachen der Geschenke. Wir wurden alle reich beschenkt und ich habe mich riesig über den Stanford-Pulli, die Reisetasche (um all meine Shoppingeroberungen nach Hause zu transportieren), Pyjamahose, Socken, Kino- und Starbucksgeschenkkarte und Schokolade gefreut! Abends bin ich mit meiner deutschen Freundin Jana Türkisch essen gegangen und wir haben das überstandene Weihnachtsfest fern von unserer Familie mit einer Nutella-Crèpe gefeiert.

Am Tag danach ging es dann mit meiner Hostmom und Sasha los zum Lake Tahoe: Endlich mal wieder Schnee, yippie! Das Ski- bzw. Snowboardfahren mit Sasha hat grossen Spass gemacht. Am Dienstag gings für mich per Greyhound und Caltrain zurück nach Menlo Park und dann Mittwoch morgens sass ich im Flugzeug in die Wüste Nevadas: LAS VEGAS! Leider fiel die Bustour zum Grand Canyon ins Wasser, da die Strassen wegen schlechten Wetterverhältnissen gesperrt wurden. 7 Stunden in einem Bus zu sitzen um eine Tankstelle in Arizona und den Subway zu sehen, muss man ja auch mal erlebt haben! Las Vegas hat mich verzaubert, eine Stadt die man einfach erlebt haben muss. Das Jahr 2010 wurde mit einer Show der australischen Chippendales abgeschlossen und später auf dem Strip mit 300‘000 anderen Leuten wurde das neue Jahr eingeläutet.

Den Januar habe ich zum San Francisco – Monat anerkannt, da ich vier von fünf Wochenenden dort verbrachte. Das Wetter ist mit um die 22 Grad schon richtig Frühlingshaft und so verbringe ich meine Wochenenden mit meinen Freundinnen mit Picknicken oder einem Ausflug an die Baker Beach, mit super Sicht auf die Golden Gate Bridge.

hello-sunshine

Meine Stanford-Class ist nach 5 Wochen leider schon zu Ende, aber es hat grossen Spass gemacht. Die Klassen an der Palo Alto Adult School dauern noch 3 Wochen an. Somit habe ich dann auch schon all meine 72 Schulstunden zusammen und kann meine freien Morgenstunden draussen in der warmen Sonne geniessen.

Mit der Halbzeit rückt aber auch schon ein schwerer Abschied näher und näher: Linnea, mein Buddy, also meine erste Freundin hier in der Bay Area, hat heute schon ihren letzten Arbeitstag. Dank des Reisemonats wird der Abschied also noch 3 Wochen herausgezögert. Ihr neues Au Pair, Hanna aus Schweden, ist letze Woche angekommen und ich habe sie am Sonntag kennen gelernt. Meine Familie hat anlässlich des grossen Footballevents eine Super-Bowl-Party bei uns zu Hause organisiert. Eingeladen waren Familienfreunde und meine beiden schwedischen Freundinnnen. Es gab Snacks, ein riesen Apéro, Pizza, Chili con Carne, Clam Chowder (eine typische Muschelsuppe) und natürlich einen selbstgebackenen, dreistöckigen Super-Bowl-Kuchen! Hanna ist ein richtig süsses, noch etwas scheues Mädchen und wir haben uns eigentlich alle den ganzen Nachmittag über das Leben als Au Pair unterhalten. Es war schon ein wenig komisch, weil es mich sehr an meine ersten Gespräche mit Linnea erinnert hat , als sie diejenige war, die bereits die Hälfte hinter sich hatte und ich die „Neue“ war. Und jetzt führe ich diese Gespräche mit Hanna und erkläre ihr, wie es so ist in einer „fremden“ Familie zu leben, dass Heimweh halt auch ein Teil dieser Erfahrung sein wird, und alle hie und da mal damit zu kämpfen hätten. Wie super unsere Umgebung hier ist, wie viele Au Pairs hier sind und was für tolle Ausflüge und Reisen wir unternehmen. Dass sie Frozen Joghurt unbedingt probieren muss und in welchem Outlet es sich am Besten Shoppen lässt.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich habe letzte Woche auch schon meinen ersten Besuch aus der Schweiz willkommen heissen dürfen: Meine beiden 23-jährigen Cousinen Sarah und Rebekka haben ihre zweieinhalbwöchige USA-Reise in San Francisco gestartet. Wir haben vier super tolle Tage in San Francisco und der Bay Area verbracht. Natürlich habe ich mich riesig über die mitgebrachten Basler Läckerli, die Aescher-Härzli und Fastewähie aus der Aescher Kübler Bäckerei und die vielen Tafeln Migros Budget Schokolade gefreut! In zwei Monaten besuchen mich dann auch schon meine Eltern und mein Bruderherzchen und ich werde mit ihnen eine Woche mit dem Auto durch Kalifornien reisen. Ich bin schon fliessig am planen und kann es kaum erwarten, ihnen „meine Welt“ zu zeigen! 

 

Halloween, Thanksgiving and Christmas preparations

(Dezember 2010)

Die ersten 28 (von 72) Kursstunden sind gesammelt. Während 8 Wochen habe ich jeweils zwei Mal wöchentlich an Kursen an der Palo Alto Adult School (American History & Culture und Pilates) teilgenommen. Der Kurs über die amerikanische Geschichte hat mir sehr geholfen die Kulturunterschiede zu verstehen und akzeptieren. Nun habe ich mich für den zweiten Teil des American History Kurses angemeldet und möchte dazu noch einen 5-wöchigen Kurs an der Stanford absolvieren: The 60ies in Hisotry & Film!

Was gibt es sonst noch so Neues? Bald steht Weihnachten vor der Tür. Jeden Tag öffne ich mit einem Lächeln im Gesicht das nächste Türchen des kleinen Adventskalenders, den mir mein Mami per Post geschickt hat. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte diese Zeit zu Hause in der Schweiz bei meiner Famlie und meinen Freunden feiern. Da das leider nicht möglich ist, muss ich mich ablenken: Das geht am Besten mit Reisen. Nach meinen Ausflug nach Seattle im September und dem Roadtrip nach Santa Barbara im November, fliege ich nun am 17. Dezember für drei Tage runter nach San Diego und am 29. Dezember gehts dann nach Las Vegas, um dort in das neue Jahr hineinzufeiern. Die Grand Canyon Tour ist auch schon gebucht.

Mit dem bevorstehenden Weihnachtsfest erlebe nun meinen dritten Feiertag seit meiner Ankunft im August auf typisch amerikanische Art und Weise. Der erste war Halloween. Ich kam öfters nicht mehr aus dem Staunen heraus: Unsere Nachbarn (und wir natürlich auch ein bisschen) haben die Vorgärten mit Spinnennetzen, geschnitzten Kürbissen, Totenköfpen, Geistern und sogar als Friedhöfe dekoriert. Am Abend bin ich dann mit meiner 11-jährigen Sasha, welche als süsse Hexe verkleidet war, losgezogen um „Trick or Treat“, bei uns besser bekannt als „Süsses oder Saures!“, zu machen. Fazit: Wir hatten noch einen Monat später Süssigkeiten!Nach einem schönen, warmen Herbst (ich hatte Ende November noch das Gefühl es sei September) stand dann auch Thanksgiving vor der Tür. Mein Gastvater Daryl stand 4 Tage in der Küche, um alles für das grosse Festmahl vorzubereiten, wobei ich ihn natürlich auch tatkräftig unterstützte. Es gab einen 18 Pfund Truthahn (also über 8 Kilogramm), der mit so allem gestopft wurde, was sich noch finden liess: Äpfel, Birnen, Nüsse, Cranberries, Brotkrümel, Gemüsebrühe, Speck, Sellerie und so weiter. Am Tag des Thankgivingfestes waren wir zuerst bei einer schwedischen Freundin von meiner Gastmama Sarah zu Bier und Pretzel eingeladen. Wieder Zuhause kamen dann auch schon unsere Gäste: Sarahs Cousin Christopher mit seiner chilenischer Frau Paula und den Kindern Sarah (15), Syndey (9) und Jake (7). Am späten Nachmittag versammelten wir uns dann alle um den grossen Tisch um den Truthahn (beziehungsweise ein Zehntel des Truthahnes) zu verspeisen. Dazu gab es Kartoffelstock, Truthahnfüllung, Kartoffelbrötchen, Brokkolisalat und Rosenkohl. Wir hielten uns alle bei den Händen und jeder durfte in einem Satz sagen, für was er dankbar sei. Ich war dankbar, ein typisches Thanksgiving mit meiner Gastfamlie erleben zu dürfen (und danach gleich drei Tage in Santa Barbara zu sein, um von Truthahnmittagessen sowie –abendessen grösstenteils verschohnt zu bleiben). Versteht mich nicht falsch, es war ein gutes Essen und ich bin froh dieser ach so typischer Feiertag  miterlebt zu haben, doch dieser ganze Aufwand, nur um danach eine Woche Truthahn in jeglicher Variation essen zu müssen – muss nicht sein.

Ausserdem hatte ich lustige Gespräche mit der 15-Jährigen Sarah. Als Au Pair fühlt man sich manachmal wie eine spezielle Spezies, da man eigentlich nicht so viel Kontakt zu „normalen“ Amerikanern hat, sondern hauptsächlich Au-Pair Freunde und Freundinnen hat. Wir hatten viel zu lachen, vor allem weil sie im Schweizer Kochbuch ein Foto von „Rösti“ entdeckte und meinte: „Ach cool, dass gibts bei uns bei McDonalds!“Wie schon erwähnt, danach ging es mit einer acht-stündigen Autofahrt mit drei Freundinnen auf dem Highway Nr. 1 nach Santa Barbara. Wir verbrachten gemütliche Tage am Meer, genossen das schöne Wetter und das gute Essen und auf dem Rückweg hatten wir auch noch Zeit für einen Frozen-Jogurt-Halt in Pismo Beach, ein wunderschöner Strand an der kalifornischen Küste.

Ich fühle mich langsam wie in einem Weihnachtsmuseum: Mein Gastvater hat die letzte Woche damit verbracht, unser Haus in Weihnachtsstimmung zu bringen: Nussknacker, „Chlausemützli“, Rehntiere, Socken über dem Kamin, 10 grosse Weihnachtsstern-Blumen und sogar 2 Weihnachtsbäume. Mir wurde wieder einmal bewusst, dass hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten alles einfach viel grösser und extremer ist. Ich fühle mich auch manchmal, als würde ich in einer Welt leben, in der alles 20% vergrössert wurde. Dies beginnt bei den Autos, geht weiter mit Schulen und Shopping-Malls, rüber zum Essen (und damit meine ich sogar Äpfel und Karotten) bis hin zu Weihnachtsbäumen. Dieses Wochenende habe ich voller Freude die Balett-Aufführung „TWAS the night before christmas“ von Sasha ansehen dürfen.

Sasha ist ein sehr vielbeschäftiges, junges Mädchen im prä-Teenageralter. Morgens wecke ich sie um sieben Uhr, esse mit ihr Frühstuck und begleite sie dann in die Schule. Danach treffe ich ich mit meinen Freundinnen oder gehe ins Fitnessstudio (Ja, liebe Freunde, ich möchte auf keinen Fall mit 50 kg Übergewicht nach Hause kommen). Kurz vor drei Uhr hole ich die Kleine dann wieder ab. Sie macht Hausaufgaben und ich beantworte allfällige Fragen. Bald gehts dann auch schon wieder los, entweder zum Basketballtraining (zwei Mal wöchentlich), zum Ballett (ebenfalls zwei Mal wöchentlich), zum Jazz, zur Mathenachhilfe oder zur Klavierstunde. In dieser Zeit bereite ich das Abendessen vor und danach essen wir alle zusammen am grossen Holztisch. Nach dem Abendessen helfe ich ihr noch die Hausaufgaben fertig zu machen und treffe mich dann mit meinen Freunden auf eine heisse Schokolade oder einfach um Geschichten aus dem Leben eines Au-Pairs auszutauschen. Nun lebe ich also schon 4 Monate hier im sonnigen Kaliforniern. Das ist nun schon ein drittel meiner Zeit. Auch wenn es nicht immer so einfach ist mit dem Heimweh, versuche ich meine Zeit hier sehr zu geniessen und mich gut abzulenken. Bald kommen mich auch schon meine beiden Cousinen besuchen, welche mir hoffentlich einen Sack „Basler Läggerli“ mitbringen!

Mein Leben im Paradies

(September 2010)

Nun sitz ich also hier in meinem „neuen“ Wohnzimmer im super komfortabeln, bordeauxroten Sessel, neben mir eine Tasse frisch gebrühter Kaffee und lasse die letzten 5 Wochen Revue passieren.

Nach aufregenden und erlebnisreichen ersten fünf Tagen in New York, genauer: auf Long Island an der Au-Pair Trainingschule ging es mit einem sechs Stunden Flug erst richtig los mit meinem grossen USA-Abenteuer.
Ich erinnere mich noch genau an den turbulenten Flug – denn es waren nicht nur die Luftlöcher, die den Flug zur Achterbahnfahrt gemacht haben- es waren vor allem meine Gedanken. Wie wird die Familie mich empfangen? Was erwartet mich? Werde ich schnell Freunde finden?
Doch schnell stellte sich heraus, dass all meine Gedanken, Sorgen und Bammel umsonst waren. Ich wurde von Sarah, Daryl und Sasha wie ein richtiges Familienmitglied aufgenommen und fühlte mich schon vom ersten Tag an wie zu Hause. Anfangs kam es mir öfters vor, als liefe ich Gefahr mich in dem riesigen Haus zu verlaufen, aber mittlerweile finde ich den Weg von meinem Zimmer in die Küche problemlos. (Es gibt 4 Wohnzimmer, nur so zur Orientation). Mein Zimmer ist ein Traum und hat alles was man braucht und noch mehr: Queen-Size-Bett, begehbarer Kleiderschrank, eigenes Badezimer inklusive WC, Dusche und Badewanne. Ein super Erlebnis hatte ich, als wir zusammen mit Sashas Fussballteam Bowling spielen waren: Eine nette Frau unterhielt sich mit mir und verwechselte zuerste einmal Switzerland mit Sweden. Und kaum fünf Minuten später fragte sie mich, ob es in der Schweiz eigentlich auch Bowling-Center gibt. Ich hab ihr dann lachend erklärt, dass wir nicht alle wie Heidi auf der Alm leben und sogar fliessend Wasser,Strom und Internet haben. Ja, ich muss zugeben, lustig sind sie schon, die Amerikaner.

Ich hab auch gleich in meiner ersten Woche ein schwedisches Au-Pair namens Linnea kennen glernt. Seit der ersten Begegnung sind wir dicke Freundinnen geworden und treffen uns oft. Wir unternehmen viel zusammen mit anderen Au-Pairs und haben immer eine Menge Spass: Wir fahren mit meinem 1993er Ford Van namens Billie nach San José ins Drive-in-Kino, gehen auf Konzerte, sehen uns American-Football-Spiele der Stanford Universität an, gehen Roller-Skaten wie in den 80ern oder einfach mal spontan abends einen Frozen Jogurt essen.
Dieses Wochenende waren wir zusammen für drei Tage in Seattle – eine wunderschöne Stadt! Wir eroberten die Space Needle, frühstückten in einer „very french bakery“ (endlich wieder Gipfeli!), besuchten den allerersten Starbucks, den Pike Street Market, die Kaugummiwand, den Hammer-Mann (fühlte sich beinahe so an als wäre ich in meinem geliebten Basel), fuhren mit der Fähre hinüber nach Brainbridge gefolgt von Shopping im H&M- wo sonst! Und sogar mit dem Wetter hatten wir Glück, obschon wir vom beinahe alltäglichen Regen in Seattle nicht ganz verschont blieben.

Hier ist jedefalls immer etwas los und die Zeit vergeht auch wie im Flug. Diese Woche beginnen meine College-Kurse an der Palo Alto Adult School: Pilates für Anfänger und American History & Culture. Jeden Donnerstag treffen sich einige Au-Pairs, die Zeit und Lust haben, im Café Borrone. So lerne ich auch immer neue und nette Mädels kennen. Durch Facebook und Skype kommt es mir auch nicht so vor als lebe ich tatsächlich 9342 Kilometer beziehungsweisse 12 Flugstunden von meiner schönen kleinen Schweiz entfernt.

So und jetzt muss ich los, denn es wartet ein neuer aufregender Tag im Paradies auf mich!Nadja

Good Bye Party

(August 2010)

Endlich ist es so weit: Mein grosser Tag ist da, meine Abschiedsparty. Ein Tag auf den ich mich sehr gefreut habe, jedoch gleichzeitig auch grossen Bammel davor hatte. Alle die mich einigermassen gut kennen, wissen nämlich, was für ein emotionaler und sentimentaler Mensch ich bin.

Ab 18.00 Uhr treffen sich 40 Freundinnen und Freunde von mir, um gemeinsam meinen zweitletzen Abend in der Schweiz zu feiern. Die Stimung ist gut und wir haben viel Spass. Da leider das Wetter nicht so mitspielt, fällt das geplante Grillieren ins Wasser. Doch dank der tollen Unterstützung meiner Eltern ist auch für typisch schweizerische Cervelas gesorgt. Nach einem gemütlichen Apéro sitzen wir nun alle an drei grossen Tischen und „Härdöpfel“- und „Nuuudel“-Salat mit „Chlöpfr“. Natürlich muss auch noch ein tolles Gruppenfoto her! Die Zeit vergeht wie im Flug, es ist ein Kommen und Gehen und doch bleibt mir genug Zeit mich von allen zu verabschieden. Schnell fliessen auch die ersten Tränen, als mir meine Aescher Freunde ein Kissen überreichen, welches mit vielen tollen Erinnerungsfotos bedruckt ist! Das Dessert-Buffet ist eifach überwältigend: Es gibt einen tollen USA-Flagge n-Kuchen, eine selbstgemachte Himbeertorte, einen „Rüebli-Chueche“ und und und! Die Gruppe wird stets kleiner und so gegen Mitternacht brechen wir los ins unser Aesch Pub. Dort wird noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Wir lachen, wir tanzen, wir weinen, wir trinken und ich geniesse einfach noch einmal die letzten Stunden.

Und jetzt sitze ich hie an meinem Schreibtisch, neben mir steht ein 20 Kilo schwerer vollgepackter Koffer, eine grosse Tasche mit dem Brief meiner besten Freundin, den ich erst im Flugzeug lesen darf, einem Abschiedsgeschenk, dass erst morgen geöffnet werden darf und einem Album mit Fotos und Briefen von meine Freunden und Freundinnen – dass ich sie alle auch jaa nicht vergesse!
Ein Jahr werde ich in Kalifornien leben. Unvorstellbar, es sprengt beinahe meine Vorstellungskraft. Was erwartet mich? Werde ich mich gut einleben? Wie werden die ersten fünf Tage in New York? Wie werde ich von meiner „neuen“ Familie empfangen?

Fragen über Fragen, über die ich jetzt nicht nachzudenken wage, denn ich will es einfach erleben. Ich habe mich auf das Abenteuer meines Lebens eingelassen und jetzt kann es los gehen!  

Nadia-July

Unsere Good Bye Party Gewinnerin steht fest

(Juli 2010) 

Wir haben Nadja für euch befragt, wie es ihr jetzt, so kurz vor dem Abflug geht:

Wie fühlst du dich kurz vor deiner Abreise?
Irgendwie ist alles noch so unreal - bereits in 5 Wochen werde ich im Flieger nach New York sitzen. Unglaublich!

Ich freue mich riesig auf das Abenteuer und viele spannende Erlebnisse. Ich habe jedoch bereits auf Facebook einige Mädchen kennen gelernt, welche mit  mir die ersten 4 Tage an der Training School auf Long Island verbringen werden!

Warum hast du dich für ein Au Pair Jahr entschieden?
Erstens weil es schon lange ein Traum für mich war, nach der Schule etwas von der Welt zu entdecken und weil sich dies mit einem Jahr als Au Pair auch prima mit neuen Kinderbetreuungserfahrung kombinieren lässt. Eigentlich wollte ich "nur" für 5 Monate ins Ausland, aber ich bin dann im Internet auf Cultural Care gestossen und war von Anfang an begeistert. Ich wurde immer gut von meinen Betreuerinnen unterstützt, alles ist sehr gut organisiert.

Worauf freust du dich besonders?
Natürlich zuerst einmal auf meine Abschiedsparty! DANKE an Cultural Care!

Ich freue mich meinen zweitletzten Abend noch einmal richtig mit all meinen Freunden und Freundinnen zu feiern! Schliesslich werde ich sie ein ganzes Jahr nicht sehen. Ich freue mich auch riesig, endlich mal meine Gastfamilie persönlich kennen zu lernen. Wir haben schon oft telefoniert und geskypt. Ich freue mich Zeit mit Sasha zu verbringen, ihr bei den Hausaufgaben zu helfen und mit ihr Sport zu treiben. Natürlich auch auf neue Bekanntschaften, die Schulstunden an der Uni und das Reisen!

Nadja, wir wünschen dir eine mega tolle Abschiedsparty und einen guten Start in den USA!



Zurück