Linda Andrea Wigger aus Biberist in der Nähe von Bern lebt seit September 2009 als Au Pair im Bundesstaat New Hampshire. Dort hütet sie vier Kinder: die 8-jährige Brigid und die vierjährigen Drillinge Ava, Amelia und Andrew. Regelmässig berichtet sie, was sie in den USA erlebt.
Winterzeit
(Februar 2010)
Bei uns in Laconia ist nun definitiv der Winter eingekehrt.Seit Dezember ist sind die Temperaturen Nordpolreif, der grosse See vor dem Haus ist zugefroren und man kann nun den See mit dem Auto überqueren und auch an Schnee mangelt es hier nicht.Doch trotzdem erlebte ich hier keine weisse Weihnachten. Zusammen mit meiner Familie ging ich im Dezember für zwei Wochen nach Cocoa Beach – Florida. Die Reise unternahmen wir mit dem Auto und so verbrachte ich 2 Tage – eingequetscht zwischen Zwei Kindersitzen ohne Pause mit der ganzen Familie – was mir jedoch gefiel.Die ganze Reise starteten wir mit 5 Stunden Verspätung. Der Tripp führte uns durch 10 Bundestaaten. Wir starteten in New Hampshire, fuhren durch Massachusetts, Connecticut und erreichten bei Dämmerung dann auch New York. New York City war ein Highlight. Die unendlich vielen Lichter zu sehe, war einzigartig und wir überquerten den Hudson river. New Jersey hiess dann der nächste Bundesstaat. Zuerst konnten wir noch auf das Lichtermeer von NYC zurückblicken und dann war es plötzlich stockdunkel… Die einzigen Lichter, welche wir sahen waren die Lichter der Autos, die vor uns fuhren oder uns entgegenkamen. Nach neuen Stunden erreichten wir den Bundesstaat „DELAWARE“. Mir viel auf, dass es hier immer noch Schnee hatte – viel Schnee. Nach kurzer Zeit folgte schon der nächste Staat: „MARYLAND“. Wir fuhren an Baltimore vorbei, was die Kids jedoch nicht mitbekamen, da sie schliefen und ich hatte die Übersicht über sämtliche Staaten verloren. Dann endlich ein neuer Staat. Es folgte Virginia. Und dann folgte auch North Carolina – wo es definitiv keinen Schnee mehr hatte. Man konnte über weite Grünflächen blicken und wir sahen Baumwollfelder. In South Carolina war es dann auch deutlich wärmer als in New Hampshire. Hier folgten dann die ersten Palmen.
Nach einer langen langen Zeit – welche mir unendlich erschien, wechselten wir dann in den Bundesstaat Gorgia und dann endlich, endlich folgte Florida. Florida erreichten wir bei kompletter Dunkelheit – doch man konnte die Umrisse der Palmen erkennen und irgendwann hatten wir unser Ziel erreicht.
Es folgten zwei unvergessliche Wochen. Die Zeit war einzigartig – aber auch anstrengend. Es war das erste Mal, dass ich meine Hostparents um mich herum hatte,wenn ich arbeitete, was mich jedoch nicht beunruhigte. In dieser Woche waren wir viel unterwegs. Wir sahen echte Raketen der NASA, im Kennedy Space Center, Delfine konnten wir vom Balkon aus sehen und wir gingen auf einen "Airboath Ride", wo wir die Alligatoren in freier Wildbahn sahen.
Während dieser Woche merkte ich richtig, wie super die Familie mit mir zusammen arbeitete. Ich fühlte, dass die Eltern und ich ein Team sind. Egal in welchen Situationen, sie standen mir immer zur Seite – und das tun sie bis heute.Weihnachten verbrachten wir also ohne Schnee. Was jedoch auch super war und zu Hause in New Hampshire feierten wir dann nochmals Weihnachten mit Schnee. Im Gegensatz zu meiner Familie in der Schweiz öffneten wir die Geschenke schon am Weihnachtsmorgen – nicht erst am Abend…Mit Silvester und dem Jahr 2010 folgte dann auch die Rückfahrt in den kalten Norden.Ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen wie New Hampshire nach einigen Schneestürmen wohl aussehen mochte… Die Antwort folgte dann nach einer langen Fahrt, wiederum eingequetscht zwischen zwei Kindersitzen auf der Rückbank. Wir hatten keine Chance zu unserem Haus zu gelangen. Jemand hat vergessen unsere Einfahrt zu pflügen und so war der Weg komplett eingeschneit… Nach einer halben Stunde war dann auch das erledigt und wir konnten endlich ins Haus und ich in mein Apartment.Der Schnee hält bis heute an und Schneestürme sind hier keine Seltenheit. Die Kinder gehen gerne Skifahren und ich darf jeden Mittwoch mit Brigid‘s Schule mit auf unseren Berg – die Skiregion liegt nur 5 Minuten entfernt. Ich darf dann immer mit einer Gruppe von 6 Kindern auf dem Berg rum düsen und mittlerweile kennen mich alle Kids.Es ist schön, wenn man so integriert wird und man so viel erleben kann. Dass ich so viel in dieser kurzen Zeit erleben könnte – damit hatte ich beim Abschied in der Schweiz nie gerechnet. Meine Hostfamily passt perfekt zu mir – und laut ihnen ich auch perfekt zu ihnen… - was sicher auch dem guten Matching-Prozess von CulturalCare zu verdanken ist! Ich bin gespannt, wann denn endlich der Frühling hier beginnt und es nicht mehr so kalt ist… =)
Erste Eindrücke und der Start in mein Au Pair Jahr
(Oktober 2009)
Goodby Switzerland and hello USA! Vor 4 Wochen begann für mich das Jahr in de USA.
Mit einem komischen Gefühl im Bauch, total nervös, neugierig und mit tausenden von Gedanken in meinem Kopf machte ich mich auf die Reise in die USA. Schon im Flugzeugt lernte ich viele andere Au Pairs kennen. So war meine erste grosse Sorge schon bald abgehäkelt. Denn ich hatte innert kürzester Zeit neue liebe Menschen kennen gelernt.
In der „Au-Pair-Schule“ lernte ich dann noch mehr Au Pairs kennen. Alle aus verschiedenen Länder, alle haben verschiedene Interessen und doch hatten wir Gemeinsamkeiten. Wir waren an dieser Schule, weil wir uns für ein spannendes Jahr, für einen der aufregendsten Jobs entschieden hatten und wir waren alle eines: Grausam nervös, aufgeregt und neugierig wie unsere Familien wohl sein werden…
Dann war es endlich soweit. Ich konnte meine Reise zu meiner Familie antreten. Mit meinen zwei riesigen Koffern, einer Handtasche im Schlepptau wartete ich im Flughafen Manchesters auf meine Family. Wieder brummten unendlich viele Gedanken in meinem Kopf. Dann endlich lernte ich meine Hostmum und den Daddy kennen und natürlich die Kids. Brigid ist acht Jahre alt und gab mir eine ganz dolle Umarmung und ein Freundschaftsband als Willkommensgeschenk ;) und die vierjährigen Drillinge Ava, Amelia und Andrew schloss ich auch gleich ins Herz.
Nun bin ich schon die dritte Woche in meiner Familie und konnte viele Sorgen abhaken. Die Kinder mögen mich, die Eltern sind lieb, das Haus ist ein Traum und ich liebe meine neue Aufgabe als Au Pair. Ich möchte mit keinem Menschen auf der Welt tauschen.
Es ist unglaublich wie schnell man sich hier einlebt. Viele Dinge kommen einem so bekannt vor. Wenn man mit dem Auto auf den Highways unterwegs ist, so kommt man sich vor, als wäre man in einem typischen Amerikanischen Film. Die Menschen hier sind unglaublich hilfsbereit und herzlich und man fühlt sich überall willkommen, man fühlt die Freiheit und jeden Tag erlebt man etwas Neues. Ich liebe meinen neuen Tagesablauf und finde es wunderbar wie ich in die Familie integriert werde. Egal ob Disneyland, Familienfest oder Campingtour in der Wildnis Amerikas, ich darf immer mit. Mit den Kindern etwas zu unternehmen ist superspannend und macht Spass. Meine Sorge, dass mich die Kinder vielleicht nicht mögen, dass ich den Anforderungen der Eltern nicht gerecht werden könnte oder dass ich hier vielleicht einsam sein könnte, all diese Sorgen sind längst begraben und ich geniesse jeden Tag.
Es ist wunderbar hier. Wenn man gerne Verantwortung übernimmt, flexibel ist, gerne mit Kindern etwas unternimmt so ist das ein wunderbarer Job und man kann hier eine unglaublich schöne und unvergessliche Zeit erleben, welche gefüllt ist von einzigartigen Augenblicken, Abenteuern, kleinen Reisen mit der Familie und vielen neuen Freundschaften. Man kann jeden Tag mehr lernen, mehr im Zusammenhang mit dem Job aber auch mehr über sich selbst.
Ich bin glücklich hier obschon ich nicht gerade in Florida oder California bin, sondern im hohen Norden. Doch ich möchte mit niemandem Tauschen, denn die Familie stimmt und ich habe bis jetzt keinen Moment bereut. (Auch im Norden der USA kann es übrigens wunderbar sein!!!) Wenn man versucht, das Beste aus jedem Tag heraus zu holen, auch wenn die Kids einmal ihren eigen Kopf haben, wenn vielleicht Dinge nicht so geraten wie man es sich wünscht, so ist kann dieses Jahr eines der wunderbarsten Jahre im Leben eines Menschen werden.
Liebe Grüsse and best wishes aus den USA
Linda Andrea
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