Linda Andrea Wigger aus Biberist in der Nähe von Bern lebt seit September 2009 als Au Pair im Bundesstaat New Hampshire. Dort hütet sie vier Kinder: 4-jährige Drillinge und ein 8-jähriges Mädchen. Regelmässig berichtet uns Linda, was sie in den USA erlebt.
7 months in the U.S. - The time is flying by so fast!
(Juni 2010)Mittlerweilen bin ich schon mehr als sieben Monate in den USA – was ich selbst kaum glauben kann. Endlich ist es hier Frühling geworden, die Bäume tragen grüne Blätter und es wird mit jedem Tag etwas wärmer. Meinen letzten Bericht habe ich im Februar geschrieben. Mittlerweilen habe ich schon wieder ganz viele neue Abenteuer mit den Kids erlebt und schon wieder ein ganzes Stück mehr gelernt und gesehen.
Im März standen meine ersten drei freien „Ferientage“ ohne die Kinder vor der Tür. Zusammen mit Tina, welche ich vor mehr als einem halben Jahr in der Au Pair Schule kennen gelernt hatte, ging ich dann nach New York City. Obschon ich das freie lange Wochenende genoss, freute ich mich unheimlich, die Kids wieder zu sehen. Mir wurde bewusst, wie wichtig mir die Kinder geworden sind und wie sehr sie mir ans Herz gewachsen sind. Auch mit meinen Gasteltern habe ich ein wunderbares Verhältnis.
Schon bald folgte Ostern – was die Kinder kaum erwarten konnten =) und mit dem April kam auch definitiv der Frühling. Seit ein paar Wochen verbringen die Kinder und ich sehr viele Nachmittage auf Spielplätzen, wo sie sich richtig austoben können und wo sie ihre Freunde treffen können - Und wo ich andere AuPairs treffe.
Ende April unternahmen wir dann wieder einen Trip nach Florida. Vier Kinder, drei Erwachsene und gaaaaaaanz viel Gepäck – alles in einem Auto für gute zwei Tage. Wir fuhren, wie schon an Weihnachten mit einem Auto nach Florida. Die erste Woche verbrachten wir in unserem Ferienhaus, am Strand, Pool und zusammen mit der ältesten Tochter (8 Jahre alt) unternahm ich einen Ausflug ins „Seaworld“ in Orlando. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich Killerwale und Delfine – und ich war überrascht wie klein die Wale waren – und wie gross die Delfine – ja genau – nicht umgekehrt!
Nach einer Woche in Cocoa Beach ging es dann weiter nach Orlando – wo wir ein anderes Condo mieteten. Anstelle von Strand und Pool verbrachten wir nun die Tage in Freizeitparks und Wasserparks. Meine Hostfamily gab mir die Chance „Universal Studios“ zu sehen und „Island of Adventure“, was einfach genial war.
Wir unternahmen so viel zusammen und die Zeit, welche wir verbrachten – jeder einzelne Moment -war wunderbar und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich glaube, dass uns diese Woche noch einmal mehr zusammen geschweisst hat…
Mittlerweilen sind wir wieder zu Hause und der „Alltag“ ist wieder eingekehrt – wobei hier kein Tag wie der andere abläuft. Jeder Tag ist voller spontanen Momenten, Überraschungen und unvergesslichen Augenblicken. – das ist etwas, was das Au Pair-Jahr zu etwas ganz Besonderem macht. Meine Familie ist mir so sehr ans Herz gewachsen und es sind nicht nur all die Fotos, welche mich noch lange an diese wunderbare Zeit erinnern werden, es sind all die wunderbaren Eigenschaften von jedem einzelnen Familienmitglied und alle wundervollen gemeinsamen Augenblicke, welche wir zusammen verbracht haben und noch verbringen werden.
Nebst der Arbeit als AuPair habe ich nun von meinen Hosteltern die Möglichkeit erhalten, regelmässig eine Running-Gruppe zu besuchen und am kommenden Wochenende darf ich mein erstes Rennen in den USA rennen. Und schon bald werde ich meine nächsten 3 Credits in einem College einholen.
- So vergeht die Zeit – und sie vergeht schnell!
An alle AuPairs und die es noch werden: Geniesst jeden Tag – denn alles geht so schnell vorbei! Auch wenn man vielleicht einmal eine „Homesick“ Phase hat – sie wird vorüber gehen und macht einem stärker! Die Zeit als Au Pair ist einfach einzigartig!
Winterzeit
(Februar 2010)
Bei uns in New Hampshire ist nun definitiv der Winter eingekehrt. Seit Dezember ist sind die Temperaturen Nordpolreif, der grosse See vor dem Haus ist zugefroren und man kann nun den See mit dem Auto überqueren und auch an Schnee mangelt es hier nicht. Doch trotzdem erlebte ich hier keine weisse Weihnachten. Zusammen mit meiner Familie ging ich im Dezember für zwei Wochen nach Cocoa Beach – Florida. Die Reise unternahmen wir mit dem Auto und so verbrachte ich 2 Tage – eingequetscht zwischen zwei Kindersitzen ohne Pause mit der ganzen Familie – was mir jedoch gefiel. Die ganze Reise starteten wir mit 5 Stunden Verspätung. Der Tripp führte uns durch 10 Bundestaaten. Wir starteten in New Hampshire, fuhren durch Massachusetts, Connecticut und erreichten bei Dämmerung dann auch New York.
Nach einer langen langen Zeit – welche mir unendlich erschien, wechselten wir dann in den Bundesstaat Gorgia und dann endlich, endlich folgte Florida. Florida erreichten wir bei kompletter Dunkelheit – doch man konnte die Umrisse der Palmen erkennen und irgendwann hatten wir unser Ziel erreicht.
Es folgten zwei unvergessliche Wochen. Die Zeit war einzigartig – aber auch anstrengend. Es war das erste Mal, dass ich meine Hostparents um mich herum hatte,wenn ich arbeitete, was mich jedoch nicht beunruhigte. In dieser Woche waren wir viel unterwegs. Wir sahen echte Raketen der NASA, im Kennedy Space Center, Delfine konnten wir vom Balkon aus sehen und wir gingen auf einen "Airboath Ride", wo wir die Alligatoren in freier Wildbahn sahen.
Während dieser Woche merkte ich richtig, wie super die Familie mit mir zusammen arbeitete. Ich fühlte, dass die Eltern und ich ein Team sind. Egal in welchen Situationen, sie standen mir immer zur Seite – und das tun sie bis heute.Weihnachten verbrachten wir also ohne Schnee. Was jedoch auch super war und zu Hause in New Hampshire feierten wir dann nochmals Weihnachten mit Schnee. Im Gegensatz zu meiner Familie in der Schweiz öffneten wir die Geschenke schon am Weihnachtsmorgen – nicht erst am Abend…Mit Silvester und dem Jahr 2010 folgte dann auch die Rückfahrt in den kalten Norden.Ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen wie New Hampshire nach einigen Schneestürmen wohl aussehen mochte… Die Antwort folgte dann nach einer langen Fahrt, wiederum eingequetscht zwischen zwei Kindersitzen auf der Rückbank. Wir hatten keine Chance zu unserem Haus zu gelangen. Jemand hat vergessen unsere Einfahrt zu pflügen und so war der Weg komplett eingeschneit… Nach einer halben Stunde war dann auch das erledigt und wir konnten endlich ins Haus und ich in mein Apartment. Der Schnee hält bis heute an und Schneestürme sind hier keine Seltenheit. Die Kinder gehen gerne Skifahren und ich darf jeden Mittwoch mit der Schule der Grossen mit auf unseren Berg – die Skiregion liegt nur 5 Minuten entfernt. Ich darf dann immer mit einer Gruppe von 6 Kindern auf dem Berg rum düsen und mittlerweile kennen mich alle Kids. Es ist schön, wenn man so integriert wird und man so viel erleben kann. Dass ich so viel in dieser kurzen Zeit erleben könnte – damit hatte ich beim Abschied in der Schweiz nie gerechnet. Meine Hostfamily passt perfekt zu mir – und laut ihnen ich auch perfekt zu ihnen… - was sicher auch dem guten Matching-Prozess von CulturalCare zu verdanken ist! Ich bin gespannt, wann denn endlich der Frühling hier beginnt und es nicht mehr so kalt ist… =)
Erste Eindrücke und der Start in mein Au Pair Jahr
(Oktober 2009)
Goodbye Switzerland and hello USA! Vor 4 Wochen begann für mich das Jahr in de USA.
Mit einem komischen Gefühl im Bauch, total nervös, neugierig und mit tausenden von Gedanken in meinem Kopf machte ich mich auf die Reise in die USA. Schon im Flugzeugt lernte ich viele andere Au Pairs kennen. So war meine erste grosse Sorge schon bald abgehäkelt. Denn ich hatte innert kürzester Zeit neue liebe Menschen kennen gelernt.
In der „Au-Pair-Schule“ lernte ich dann noch mehr Au Pairs kennen. Alle aus verschiedenen Länder, alle haben verschiedene Interessen und doch hatten wir Gemeinsamkeiten. Wir waren an dieser Schule, weil wir uns für ein spannendes Jahr, für einen der aufregendsten Jobs entschieden hatten und wir waren alle eines: Grausam nervös, aufgeregt und neugierig wie unsere Familien wohl sein werden…
Dann war es endlich soweit. Ich konnte meine Reise zu meiner Familie antreten. Mit meinen zwei riesigen Koffern, einer Handtasche im Schlepptau wartete ich im Flughafen Manchesters auf meine Family. Wieder brummten unendlich viele Gedanken in meinem Kopf. Dann endlich lernte ich meine Hostmum und den Daddy kennen und natürlich die Kids. Die Grosse ist acht Jahre alt und gab mir eine ganz dolle Umarmung und ein Freundschaftsband als Willkommensgeschenk ;) und die vierjährigen Drillinge schloss ich auch gleich ins Herz.
Nun bin ich schon die dritte Woche in meiner Familie und konnte viele Sorgen abhaken. Die Kinder mögen mich, die Eltern sind lieb, das Haus ist ein Traum und ich liebe meine neue Aufgabe als Au Pair. Ich möchte mit keinem Menschen auf der Welt tauschen.
Es ist unglaublich wie schnell man sich hier einlebt. Viele Dinge kommen einem so bekannt vor. Wenn man mit dem Auto auf den Highways unterwegs ist, so kommt man sich vor, als wäre man in einem typischen amerikanischen Film. Die Menschen hier sind unglaublich hilfsbereit und herzlich und man fühlt sich überall willkommen, man fühlt die Freiheit und jeden Tag erlebt man etwas Neues. Ich liebe meinen neuen Tagesablauf und finde es wunderbar wie ich in die Familie integriert werde. Egal ob Disneyland, Familienfest oder Campingtour in der Wildnis Amerikas, ich darf immer mit. Mit den Kindern etwas zu unternehmen ist superspannend und macht Spass. Meine Sorge, dass mich die Kinder vielleicht nicht mögen, dass ich den Anforderungen der Eltern nicht gerecht werden könnte oder dass ich hier vielleicht einsam sein könnte, all diese Sorgen sind längst begraben und ich geniesse jeden Tag.
Es ist wunderbar hier. Wenn man gerne Verantwortung übernimmt, flexibel ist, gerne mit Kindern etwas unternimmt so ist das ein wunderbarer Job und man kann hier eine unglaublich schöne und unvergessliche Zeit erleben, welche gefüllt ist von einzigartigen Augenblicken, Abenteuern, kleinen Reisen mit der Familie und vielen neuen Freundschaften. Man kann jeden Tag mehr lernen, mehr im Zusammenhang mit dem Job aber auch mehr über sich selbst.
Ich bin glücklich hier obschon ich nicht gerade in Florida oder California bin, sondern im hohen Norden. Doch ich möchte mit niemandem Tauschen, denn die Familie stimmt und ich habe bis jetzt keinen Moment bereut. (Auch im Norden der USA kann es übrigens wunderbar sein!!!) Wenn man versucht, das Beste aus jedem Tag heraus zu holen, auch wenn die Kids einmal ihren eigen Kopf haben, wenn vielleicht Dinge nicht so geraten wie man es sich wünscht, so ist kann dieses Jahr eines der wunderbarsten Jahre im Leben eines Menschen werden.
Liebe Grüsse and best wishes aus den USA
Linda Andrea
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